Kreativität ohne Grenzen – Neon-Reklame funktioniert

Wenn man aus dem All die Erde betrachtet, dann sieht man sie leuchten. Es ist die Leuchtreklame, auch Neon-Reklame genannt, die die Werbetafeln der Metropolen strahlen lässt. Ein kurzer Exkurs zum Thema Lichtwerbung:

George Claude, ein eifriger Erfinder aus Frankreich, versuchte 1910, Sauerstoff aus Atemluft zu gewinnen. Das Edelgas „Neon“, ursprünglich als Abfallprodukt angesehen, wurde schließlich zu seiner bahnbrechenden Entdeckung. Zusammen mit dem Erfinder Fonseque beleuchtete er nur neun Jahre später die Pariser Oper mit der ersten Neon-Reklame der Welt.

Wenn man nun, fast 100 Jahre nach der Entdeckung von Claude, die Erde bei Nacht aus dem Universum betrachtet, kann man die Metropolen dieser Welt leuchten sehen. Egal ob Las Vegas, Chicago, Tokio oder Shanghai – keine Großstadt kommt ohne Lichtwerbung aus. Und auch keine Marke. Alles, was Rang und Namen hat, ob Getränkelieferant oder Fastfoodkette, präsentiert sich auf überdimensionalen, beleuchteten Werbetafeln und versucht mit allen Mitteln, gewagten Einblicken oder gar mit Humor, Aufmerksamkeit zu erlangen.

Mehr als 4500 Werbebotschaften prasseln jeden Tag auf den Verbraucher ein –noch immer ein großer Teil davon durch Neon-Reklame. Merkwürdig eigentlich, dass trotz dieses hochtechnisierten Zeitalters die Leuchtreklame nicht an Präsenz und Überzeugungskraft verloren hat. Für jedes Restaurant, jeden Club, jedes Theater, jedes Kino und jede Tankstelle ist die Lichtwerbung ein wesentlicher Bestandteil der Außendarstellung. In der Dunkelheit der Nacht versuchen witzige, schrille oder immens leistungs- und leuchtstarke Aneinanderreihungen von Glühbirnen, die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf sich zu lenken und so das zu bewerbende Objekt zum Blickfang werden lassen. Man denke nur an den Times Square in New York mit seinen unzähligen Werbetafeln.

Kreative Grenzen kennt die Leuchtreklame ebenso wenig wie bauliche. Halbnackte Frauen, Kussmünder, Cocktailgläser oder ganze Gitarren im Maßstab eins zu hundert werden zu gestalterischen Elementen und tanzen stetig auf der Grenze zwischen Designerstück und Kitsch. Gerade die schrill bunten Motive der Fünfziger, Sechziger und Siebziger haben heute Kultstatuts und werden nicht nur zu Werbezwecken verwendet, sondern auch zur Verschönerung des Wohn- und Arbeitsraums. Indirekte Lichtquellen schaffen nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine warme, gemütliche Atmosphäre. Auch ein gewisses Maß an Unterhaltung können sie für sich beanspruchen - nicht nur deshalb werden sie noch lange das Stadtbild der großen Metropolen zieren.

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