Das Great Barrier Reef – artenreiches Weltnaturerbe

Das Große Barriereriff nordöstlich der Küste Australiens ist das größte Korallenriff der Welt. Das Riff ist Millionen von Jahren alt und wurde am 26. Oktober 1981 zum Weltnaturerbe erklärt.

Am 11.Juni 1770 entdeckte der Brite James Cook das Große Barriereriff eher unfreiwillig, als er mit seinem Schiff auf dem Riff auf Grund lief. Vor der Küste des australischen Bundesstaates Queensland erstreckt sich das Korallenriff über eine Länge von ungefähr 2.300 Kilometern und besitzt eine Gesamtfläche von etwa 345.000 km². Das in der Tropenzone gelegene Riff besteht aus einer Riffkette von über 2.900 Einzelriffen, unzähligen Sandbänken, 71 Koralleninseln und annähernd 1.000 kleineren und größeren Inseln. Aufgrund seiner immensen Größe kann das Große Barriereriff sogar aus dem Weltall gesehen werden.

Mit 1.500 Fisch- und Schwarmarten sowie einer nahezu unüberschaubaren weiteren Artenvielfalt ist das Große Barriereriff eine der artenreichsten Regionen der Welt. Viele Tiere, wie die vom Aussterben bedrohte pazifische Suppenschildkröte oder die unechte Karettschildkröte, nutzen die Strände der Riffinseln zur Eiablage. Mit den 439 vorkommenden Korallenarten bildet das Große Barriereriff außerdem die größte von Lebewesen geschaffene Struktur der Welt. Nicht zuletzt aufgrund seines enormen Alters und außergewöhnlichen Naturschönheit wurde das Riff 1981 zum Weltnaturerbe erklärt.

Neben der ökologischen Wichtigkeit des Riffs wurde dessen wirtschaftliche Bedeutung durch den Tourismus immer größer. Jährlich kommen circa zwei Millionen Touristen zum Riff, um dort zu schnorcheln, zu tauchen oder um sich das Weltnaturerbe vom Glasbodenboot oder vom Flugzeug aus anzusehen. So besteht neben dem Motiv des Naturschutzes auch ein wirtschaftliches Interesse, das Riff zu schützen. Dennoch: Durch den Tourismus und die ins Meer abgeleiteten Schadstoffe aus der Landwirtschaft und dem Hotelgewerbe in den Küstenregionen werden viele Korallen nachhaltig zerstört. Es bestehen außerdem Erwägungen, im Riffgebiet Erdölbohrungen vorzunehmen- die Folgen eines solchen Vorhabens wären für das Naturschutzgebiet fatal. Zum Schutz des Weltnaturerbes vor der Küste Australiens wurde ein auf 25 Jahre angelegtes Konzept ausgearbeitet. Bestandteil dieses Plans ist es, das Riff intensiv zu erforschen und durch die Ergebnisse das empfindliche Ökosystem zu bewahren.

0